Schilddrüse - Dr.Torsten Kotter: Internist, Diabetologe und Endokrinologe, Eichgraben - St.Pölten Land

Ordination Dr.Torsten Kotter
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten
Internist Dr.Torsten Kotter
Direkt zum Seiteninhalt

Schilddrüse

Wissenswertes
Informationen zu Schilddrüsenfunktionsstörungen

Die  Schilddrüse ist eine kleine Drüse am Hals. Sie reguliert viele  Funktionen des Organismus, daher ist der Mensch ein Leben lang auf ihre Funktionstüchtigkeit angewiesen.  

Wo befindet sich die Schilddrüse?

Es  handelt sich um eine kleine 10–20 g schwere Drüse, die 4–6 cm hoch und  4 cm breit ist. Sie hat die Form eines Schmetterlings, sitzt unten in  der Vorderseite des Halses, direkt vor der Luftröhre.

Wozu dient die Schilddrüse?

Die Schilddrüse produziert  und gibt Schilddrüsenhormone an das Blut ab. Für diese Hormonsynthese  ist ein natürliches Element unserer Ernährung, das Jod, erforderlich.

Woher stammt das Jod?

Der  Bedarf an Jod wird über eine ausgewogene Ernährung aus Fisch,  Krustentieren, Eiern und Milchprodukten gedeckt. Vorzugsweise wählen Sie  ein Jodsalz (nicht zu viel) als Tafelsalz oder Kochsalz.
Lebensmittel  wie Kreuzblütler (Kohl, Blumenkohl, Radieschen, Rübe) und Soja können  die Funktion der Schilddrüse verändern, besonders bei Jodmangel.

Wozu dienen Schilddrüsenhormone?

Schilddrüsenhormone  regulieren zahlreiche Funktionen unseres Organismus. Sie greifen  insbesondere in die Regulierung der Körpertemperatur, des Herzrhythmus,  der Darmpassage, des Gewichts, der Gemütslage und anderer Hormone ein.
Auf welche Anzeichen muss ich achten?
Verschiedene  Symptome weisen auf eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)  hin: Gewichtsverlust, ungewöhnliche Reizbarkeit, exzessiver Stress, Schweißausbrüche, Herzflattern, Schlaflosigkeit, häufiger Stuhlgang…
Andere  Symptome weisen im Gegensatz dazu auf eine Unterfunktion der  Schilddrüse (Hypothyreose) hin: Müdigkeit und wiederholte  Erschöpfungszustände, Depressionen, Verstopfung, Nachlassen der Libido,  Kälteempfindlichkeit, Unausgeglichenheit, Haarausfall, trockene Haut,  brüchige Nägel…
Derartige Funktionsstörungen nehmen mit dem Alter zu und treten bei Frauen häufiger auf.
Wenn  Sie solche Symptome an sich beobachten, sollte in einem ersten Schritt  die Konzentration des Hormons TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon der Hypophyse) im Blut bestimmt werden. Die Hypophyse befindet sich im  Gehirn und regelt durch ihre Hormone verschiedene Drüsen im Körper, so  auch die Schilddrüse.

Achtung: Die Symptome einer  Schilddrüsenfunktionsstörung sind nicht spezifisch. Die  Hormonkonzentration von TSH kann bestätigen, ob die Schilddrüse Ursache  der Symptome ist.

Informationen zur Schilddrüsenüberfunktion

Störungen  in der Schilddrüse können dazu führen, dass sie eine zu große Menge an  Schilddrüsen-Hormonen in das Blut abgibt. Dies bezeichnet man als Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Sie muss umgehend behandelt  werden.

Was ist Schilddrüsenüberfunktion?

Schilddrüsenüberfunktion ist die übermäßige Ausschüttung von Hormonen durch die Schilddrüse.
Diese Anomalie kann unterschiedliche Ursachen haben:
  • Basedowsche Krankheit
  • Ein Knoten in der Drüse, der größere Mengen von Hormonen ausschüttet („heißer Knoten“)
  • Die Einnahme von Medikamenten auf Jodbasis

Was sind die Symptome?

Das Hauptsymptom ist eine erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie) und/oder Herzrhythmusstörungen.
Patienten sind bei normalem oder sogar erhöhtem Appetit oft untergewichtig.
Häufig tritt Durchfall auf.
Es kommt oft zu erhöhter Reizbarkeit.
Das Volumen der Schilddrüse ist vergrößert, was von außen sichtbar ist und als „Kropf“ bezeichnet wird.
Oft besteht Hitzegefühl trotz normaler Außentemperatur.
Die Haut ist oft feucht.
Es kommt zu Schlafstörungen.
Es ist allerdings selten, dass alle Symptome zur gleichen Zeit auftreten.

Welche Untersuchungen müssen durchgeführt werden?

Eine  Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut sowie eine Bestimmung des  Hypophysenhormons TSH, welches die Schilddrüse stimuliert, kann die Diagnose bestätigen.
Eventuell werden weitere Untersuchungen empfohlen (Ultraschall oder Szintigrafie).
In den meisten Fällen ist die  Schilddrüsenüberfunktion keine ernste Erkrankung. Die Behandlung besteht  in der Einnahme eines Medikaments zur Reduzierung der  Hormonausschüttung der Schilddrüse.
Auch körperliche und psychische Entspannung und Erholung können den therapeutischen Effekt der Medikamente unterstützen.

Ursachen für eine Schilddrüsenfunktionsstörung

Es  gibt unterschiedliche Erkrankungen der Schilddrüse. Manche betreffen  die Funktionstüchtigkeit dieser Drüse und die Produktion von Schilddrüsenhormonen.

Welche Funktionsstörungen der Schilddrüse gibt es?
Bei  der Schilddrüse können zwei verschiedene Arten von Funktionsstörungen  auftreten, die zu Veränderungen  bei der Produktion von  Schilddrüsenhormonen führen.
  • Wenn die Hormonproduktion nicht  ausreicht, spricht man von Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).  Sie führt u. a. zu Gewichtszunahme, Müdigkeit, Haarausfall,  Gedächtnisverlust, Depressionen, übermäßiger Kälteempfindlichkeit,  Verstopfung, trockener Haut usw.
  • Wenn zu viele Hormone  produziert werden, spricht man von Schilddrüsenüberfunktion  (Hyperthyreose). Sie führt u. a. zu Beschleunigung der Herzfrequenz,  Herzflattern, Atemnot bei Anstrengung, Nervosität, Schweißausbrüchen,  Gewichtsverlust…

Wodurch entstehen diese Fehlfunktionen?

Bestimmte  Krankheiten, Medikamente oder eine Schwangerschaft können  Schilddrüsenfehlfunktionen hervorrufen. Bei diesen Störungen findet sich mitunter auch eine familiäre Vorbelastung.

Wie wird die Erkrankung erkannt?

Schilddrüsenfunktionsstörungen führen unmittelbar zu einer gestörten Sekretion von Schilddrüsenhormonen.
Dies lässt sich über die Messung der TSH-Konzentration (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) im Blut erkennen.
Wie werden derartige Erkrankungen behandelt?
Bei  Schilddrüsenunterfunktion zielt die Behandlung darauf ab, die  verminderte Hormonsekretion durch die tägliche Gabe von  Schilddrüsenhormonen (in Form von Tabletten oder Tropfen) zu  kompensieren.
Bei Schilddrüsenüberfunktion zielt die Behandlung  darauf ab, die Produktion von Schilddrüsenhormonen zu drosseln. Je nach  Fall werden hier über eine bestimmte Zeit Thyreostatika (die  Schilddrüsenfunktion hemmende) Medikamente verschrieben, die ggf. durch  eine radikalere Therapie, wie z.B. die Verabreichung von radioaktivem  Jod oder durch eine Operation (teilweise oder vollständige Entfernung  der Schilddrüse), ergänzt werden.
Die Erkennung einer  Schilddrüsenfunktionsstörung beruht auf der Messung der Konzentration  der Schilddrüsenhormone, vorwiegend von TSH. Während und nach der  Therapie muss die Schilddrüsenfunktion regelmäßig kontrolliert werden.  Damit diese Ergebnisse so zuverlässig wie möglich sind, sollte die Konzentration immer zur gleichen Tageszeit und im selben  Untersuchungslabor analysiert werden.

Welche Schilddrüsenuntersuchungen sind notwendig?

Es gibt verschiedene Untersuchungsarten zur Diagnose oder Kontrolle von Schilddrüsenerkrankungen.  

Wie wird die Schilddrüse untersucht?

Zuerst  wird eine klinische Untersuchung durchgeführt, bei der die Schilddrüse  abgetastet wird. Diese ist nur tastbar, wenn eine Funktionsstörung  vorliegt. Die Schilddrüse ist eine kleine bewegliche Drüse im unteren  Bereich des Halses. Wenn sie tastbar ist, kann man beim Schlucken  spüren, wie sie nach oben gleitet.
Eine Abtastung liefert genaue  Informationen über die Beschaffenheit der Schilddrüse (fest oder weich),  die Empfindlichkeit (schmerzhaft oder schmerzfrei), die Form (normal  oder anormal) oder das Vorhandensein von Knoten (spürbar oder nicht).  Sie ermöglicht das einfache Erkennen zahlreicher Schilddrüsenerkrankungen, z. B. eines Kropfes, d. h. einer Vergrößerung  des Schilddrüsenvolumens oder des Vorhandenseins von Knoten.

Wozu dient eine Blutabnahme?

Eine Blutabnahme ermöglicht die Konzentrationsbestimmung der einzelnen Schilddrüsenhormone.
Daraus  können Rückschlüsse gezogen werden auf die Funktionskapazitäten der  Schilddrüse (stellt sie genügend Hormone her oder nicht?). Der  wichtigste Laborwert, der zur Erkennung einer  Schilddrüsenfunktionsstörung bestimmt wird, ist die Konzentration von  TSH im Blut. Dieses Hormon steuert die Schilddrüse.
  • Eine normale TSH-Konzentration weist auf eine korrekte Funktion hin.
  • Ein erhöhter Wert weist auf eine reduzierte Schilddrüsenfunktion hin.
  • Eine unter dem Normalwert liegende Konzentration lässt auf eine Überfunktion der Schilddrüse schließen.
Die  Konzentration von TSH allein reicht aus, um Informationen zur  Schilddrüsenfunktion zu erhalten, da sie präziser ist und früher von der  Norm abweicht als die Konzentration der von der Schilddrüse  produzierten eigentlichen Schilddrüsenhormone (Thyroxin und  Trijodthyronin). Anhand der TSH-Konzentration kann auch die Wirksamkeit  einer Behandlung beurteilt werden.
Ergänzend kann eine Messung der  Antikörper-Konzentrationen vorgenommen werden, anhand derer eine Unter-  oder Überfunktion der Schilddrüse besser klassifiziert werden kann. In  bestimmten Fällen werden auch Thyroxin- oder T4-Konzentrationen  gemessen.

Wozu dient eine Ultraschalluntersuchung?

Bei  dieser vollkommen schmerzfreien Untersuchungstechnik wird eine  Ultraschallsonde über den Halsansatz auf Höhe der Schilddrüse geführt.  Diese Untersuchung liefert morphologische Informationen über Volumen und  Struktur der Schilddrüse. Sie ermöglicht außerdem die Visualisierung  von vorhandenen Knoten oder Zysten und stellt u. a. deren Volumen sowie  festen oder flüssigen Inhalt dar. Die Ultraschalluntersuchung der  Schilddrüse ist absolut schmerzfrei.
Die eingesetzten Ultraschallwellen sind ungefährlich. Es gibt keinerlei Gegenanzeigen oder Nebenwirkungen.

Was versteht man unter einer Szintigrafie?

Diese  Untersuchung, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion häufig  durchgeführt wird, dient zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Diese  Technik macht sich die Fähigkeit der Schilddrüse zunutze, Jod zu  absorbieren. Dabei wird eine kleine Menge radioaktives Jod (oder  markiertes Technetium) in die Vene der Ellenbogenbeuge injiziert.
Die  Knoten, die Hormone produzieren, verbrauchen dazu Jod und nehmen daher  das injizierte radioaktive Jod auf. Mit einer Spezialkamera kann diese  in der Schilddrüse oder in den Knoten konzentrierte Radioaktivität  sichtbar gemacht und so ein Bild der Schilddrüse erzeugt werden. Auf dem  Bild können Bereiche mit erhöhter Anreicherung, was eine Überfunktion  der Schilddrüse aufzeigt, z. B. im Fall von „heißen“ Knoten, oder  Bereiche mit geringer Anreicherung zu sehen sein.
Die Injektion einer  so geringen Dosis radioaktiven Jods ist völlig unschädlich für Ihren  Organismus, und zwar auch dann, wenn Sie gegen Jod allergisch sind. Während einer bestehenden oder vermuteten Schwangerschaft ist eine  Szintigraphie allerdings kontraindiziert.
Die Erfolge anderer  Methoden wie Ultraschall und Zytopunktion machen die Szintigraphie zu  einer immer seltener eingesetzten Untersuchung zur Abklärung von Knoten.  Dennoch wird sie in bestimmten Fällen angewendet. Derzeit wird diese  Untersuchung nur eingesetzt, wenn der TSH-Wert niedrig ist und ein Schilddrüsenknoten untersucht werden soll, der eine Überfunktion  aufweist (toxischer oder heißer Knoten). Knoten, die kleiner sind als  9 mm, sind nicht sichtbar, daher ist die Untersuchung hier nutzlos.
Das Kontrastmittel (Jodprodukt) verursacht bei der Injektion ein Wärmeempfinden. Es kann eine allergische Reaktion hervorrufen.

Warum muss bei mir eine Punktion durchgeführt werden?

Eine  Punktion oder Zytopunktion wird durchgeführt, um eine Diagnose über die  Gutartigkeit oder Bösartigkeit eines oder mehrerer Knoten stellen zu  können. Diese Untersuchung wird oft unter Ultraschall durchgeführt, um  den Knoten besser anvisieren zu können, wenn er im Ultraschall  verdächtige Merkmale aufweist. Dabei werden mit einer sehr dünnen Nadel  mehrere Zellen direkt aus dem Knoten entnommen. Die Entnahme ist wenig  schmerzhaft. Die entnommenen Zellen werden anschließend auf einem  Objektträger verteilt und von einem Spezialisten für  Schilddrüsenzytologie analysiert.
Diese Untersuchung ist praktisch  schmerzfrei. Die Unannehmlichkeiten sind nicht größer als bei einer  Blutabnahme. Die Entnahme wird mit einer extrem dünnen Nadel  durchgeführt. Eine örtliche Betäubung ist dabei nicht erforderlich.
Es bestehen keine wesentlichen Komplikationsrisiken.
Um die unterschiedlichen  Hormonkonzentrationen untereinander und ihre Entwicklung im Laufe der  Zeit vergleichen zu können, ist es wichtig, die Untersuchungen stets im  selben medizinischen Untersuchungslabor analysieren zu lassen.

Heben Sie die Untersuchungsergebnisse auf und bringen Sie sie zur nächsten Untersuchung und zum nächsten Arzttermin mit.
© Copyright 2017 - Dr. Torsten Kotter - Brunnerstraße 6, 3032 Eichgraben - 02773 / 44384 21 - ordination@kotter.co.at

Zurück zum Seiteninhalt