Diabetes - Dr.Torsten Kotter: Internist, Diabetologe und Endokrinologe, Eichgraben - St.Pölten Land

Ordination Dr.Torsten Kotter
Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten
Internist Dr.Torsten Kotter
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Diabetes

Wissenswertes
Diabetes mellitus – Definition, Formen, Zielwerte

Diabetes  mellitus ist der medizinische Fachbegriff für „Zuckerkrankheit“. Bei  dieser Erkrankung ist der Blutzucker aus dem Gleichgewicht geraten und  zu hoch. Langfristig einen hohen Blutzucker zu haben, kann zu schweren  gesundheitlichen Problemen führen. Diabetes ist eine Volkskrankheit, von  der in Österreich etwa 600.000 Menschen betroffen sind.

Diabetes mellitus – Definition
  • Diabetes  mellitus ist eine Erkrankung, bei der der Körper Nahrung nur bedingt in  Energie umwandeln kann. Die Folge ist, dass Diabetiker chronisch zu  viel Glukose, sprich Zucker, im Blut haben.
  • Glukose ist der  Hauptenergielieferant für unseren Körper. Um in die Körperzellen zu  gelangen, wo sie zur Energiegewinnung verwendet wird, benötigt Glukose  das Hormon Insulin. Dieses Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse, einer  großen Drüse hinter dem Magen, gebildet.
  • Beim Diabetes mellitus  ist das Zusammenspiel zwischen Insulin und Glucose im Körper gestört.  Es wird nicht genügend Insulin gebildet oder die Wirkung des Insulins  ist beeinträchtigt.
  • Bei Diabetes mellitus ist damit der  Blutzucker chronisch aus dem Gleichgewicht geraten. Das heißt, der  Körper ist nicht mehr selbst in der Lage, den Blutzucker auf einem  gesunden Spiegel zu halten.
  • Die Hauptgefahr der Erkrankung liegt  in den langfristigen Folgeschäden, die der dauerhaft erhöhte Blutzucker  verursacht. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt aber auch  Schäden an Nieren und Augen treten auf.

Zwei Formen des Diabetes mellitus – Typ 1 und Typ 2

  • Typ  1-Diabetes ist selten. Er kommt nur bei fünf bis zehn Prozent der  Menschen mit Diabetes mellitus vor. Normalerweise tritt er bereits in  der Kindheit oder während der Pubertät auf. Aus diesem Grund wurde er  früher auch Jugenddiabetes genannt.
  • Typ 1-Diabetes ist eine  Autoimmunerkrankung. Das heißt, bei Menschen mit dieser Art von Diabetes  mellitus greift der Körper die Insulin-produzierenden Zellen in der  Bauchspeicheldrüse an. Die Folge ist, dass die Bauchspeicheldrüse nicht  mehr genügend Insulin bilden kann. Menschen mit Typ 1-Diabetes müssen  sich deshalb täglich Insulin spritzen.
  • Typ 2-Diabetes kommt sehr  viel häufiger als Typ 1-Diabetes vor. 85 bis 95 Prozent der Menschen  mit Diabetes mellitus haben Typ 2-Diabetes. Dieser tritt normalerweise  im Erwachsenenalter auf. Aus diesem Grund wurde er früher auch  Erwachsenendiabetes genannt.
  • Beim Typ 2-Diabetes ist die  Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, so viel Insulin zu  produzieren, wie der Körper benötigt. Und das Insulin, das in der  Bauchspeicheldrüse gebildet wird, wird vom Körper nicht richtig  verwertet.
  • Typ 2-Diabetes ist häufig erblich bedingt. Er kann  aber auch durch eine ungesunde Lebensweise, wie beispielsweise falsche  Ernährung oder mangelnde Bewegung, entstehen.
  • Typ 2-Diabetes  lässt sich oft mit einer Umstellung der Lebensweise oder  Medikamenten-Einnahme behandeln. Verschlimmert sich die Erkrankung, ist  schließlich ebenfalls eine medikamentöse Therapie, wie zum Beispiel  tägliche Insulinspritzen, notwendig.

Blutzucker-Zielwerte bei Diabetes-Typ 2

  • Ein stabiler Blutzuckerwert liegt für gesunde Menschen zwischen 70 und 140 mg/dl.
  • Bei  Patienten mit Typ 2-Diabetes soll er nach einer Mahlzeit weniger als  140 mg/dl (7,8 mmol/l) betragen. Sind diese Patienten nüchtern, haben  also längere Zeit nichts gegessen, liegt der Zielwert bei bis zu 100  mg/dl (5,6 mmol/l).

Der HbA1c-Wert

  • Die Untersuchung des HbA1c-Werts  ist ein Bluttest, der in der Arztpraxis oder in einem Labor gemacht  wird. Er zeigt den durchschnittlichen Blutzuckerwert während der  vergangenen zwei bis drei Monate an.
  • Die meisten Ärzte empfehlen, bis zu viermal im Jahr einen HbA1c-Test machen zu lassen.
  • Generell sollte jeder seinen HbA1c-Wert kennen. Denn er sagt aus, wie stabil der Blutzuckerwert über die Zeit hinweg bleibt.
  • Ein  stabiler Wert bedeutet, dass der Blutzucker weder zu hoch noch zu  niedrig ist und sich innerhalb der „gesunden Grenzen” bewegt. Die  Internationale Diabetes-Gesellschaft (International Diabetes Federation,  IDF) empfiehlt einen HbA1c-Wert von 6,5 Prozent oder weniger - in den letzten Jahren hat man aber gelernt, dass abhängig von Begleiterkrankungen ein individueller Zielbereich abgestuft bis zu 8 Prozent sinnvoll ist.
  • Allgemein gilt: Je niedriger der HbA1c-Wert ist, desto niedriger ist das Risiko, Diabetes-Probleme zu bekommen. Tatsächlich kann jeder Prozentpunkt, um den der HbA1c-Wert  sinkt (beispielsweise von acht auf sieben Prozent), das Risiko,  aufgrund von Diabetes mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert zu  werden, um bis zu 40 Prozent reduzieren.

Diabetes  mellitus stellt ein wachsendes Gesundheitsproblem dar. Nach  gegenwärtigen Schätzungen sind weltweit ca. 130 Millionen Menschen davon betroffen und die Quote der Neuerkrankungen nimmt rapide zu. Dabei  erkrankt mit ca. 95 Prozent die überwiegende Mehrzahl der Diabetiker an  Typ 2-Diabetes. Diese Diabetes-Form tritt häufig nach dem 40. Lebensjahr  auf.



Diabetes und Herz

Diabetes  steigert das Risiko, eine Herzgefäßerkrankung zu erleiden um das Zwei-  bis Vierfache. Die Vorbeugung beruht vor allem auf einer guten  Einstellung des Blutzuckergehalts. Wichtig sind aber auch andere  Faktoren wie die Einstellung des Blutdrucks, der Cholesterin- und  Triglyzeridgehalt des Blutes sowie eine gesunde Lebensweise. All diese  Faktoren spielen ein Rolle bei der Entstehung von Erkrankungen des Herz-  Kreislauf-Systems.

Was kann mit dem Herzen eines Diabetikers passieren?

  • Eines  der Hauptrisiken ist eine Arterienverkalkung (Atherosklerose).Dabei  handelt es sich um eine Verstopfung der Blutgefäße (Arterien) durch  Fettablagerungen (atheriosklerotische Plaque). Dies kann durch einen  Überschuss an schlechtem Cholesterin (LDL) hervorgerufen werden. Je mehr  die Arterie verstopft ist, desto schlechter wird das Organ oder der  Muskel, den sie versorgt, mit Blut beliefert. Für Herzkranzgefäße und  alle anderen Arterien, beispielsweise die Gefäße zum Kopf oder an den  Beinen, ist der Mechanismus der Gleiche. Die Verkalkung betrifft meist  alle Arterien im Körper. In den Bereichen, wo die Engstellen besonders  ausgeprägt sind, kommt es zu Komplikationen.
  • Wenn es sich um  eine Arterie im Bereich des Herzens handelt, kann sie zu einer Herzenge  (Angina Pectoris) oder zu einem Herzinfarkt führen.
  • Wenn es sich  um eine Gehirnarterie handelt, kann sie einen Schlaganfall hervorrufen.  Der Verlust der Sprache, die Abnahme des Sehvermögens eines Auges, die  Lähmung eines Körperglieds oder einer Körperhälfte für wenige Minuten  oder über längere Zeit können durch einen Schlaganfall verursacht  werden.

Was sind die Ursachen für eine Herzschädigung?

Von  einer Herzschädigung kann jeder betroffen sein. Bei Diabetes ist das  Risiko durch den Zuckerüberschuss im Blut zusätzlich erhöht. Dieser ist  oftmals mit anderen Risikofaktoren verbunden wie beispielsweise  Cholesterin- und Triglyzeridüberschuss. Die Beobachtung Ihrer Blutwerte  ist somit von hoher Bedeutung.

Wie kann das Risiko verringert werden?

Sie können das Risiko einer Herzschädigung bedeutend verringern, indem Sie sich eine gesunde Lebensweise aneignen.
  • Achten  Sie auf Ihre Ernährung, indem Sie die Einnahme von ungesättigten Fetten  einschränken. Diese Fette tragen nämlich zur Erhöhung des schlechten  Cholesterins (LDL) bei, Nehmen Sie täglich Früchte und Gemüse zu sich  und verwenden Sie nur wenig Salz für Ihre Mahlzeiten.
  • Treiben Sie entsprechend Ihrer Kondition täglich Sport.
  • Kontrollieren Sie Ihr Gewicht.
  • Vermeiden Sie das Rauchen.

Was muss beobachtet werden?

  • Kontrollieren  Sie Ihren Blutdruck. Er steigt mit dem Alter und variiert entsprechend  Ihres seelischen Zustandes und der körperlichen Aktivität. Wenn Sie ein  Blutdruckselbstmessgerät besitzen, nehmen Sie sich kurz Zeit für eine  Kontrolle. Als Diabetiker soll Ihr Blutdruck unter 130/80 mm Hg liegen.
  • Beobachten  Sie Ihren Cholesterin- und Triglyzeridgehalt. Der Gehalt an schlechtem  Cholesterin (LDL), der für Fettablagerungen verantwortlich ist, muss  stets unter 100 mg/dl (2,5 mmol/l) liegen.
Der Gehalt des  guten Cholesterins (HDL), das vor kardiovaskulären Erkrankungen schützt  und dabei die Gefäße reinigt, muss über 35 mg/dl (0,9 mmol/l) liegen.  Körperliche Aktivitäten lassen das gute Cholesterin steigen.
Triglyzeride  sind Fette, die im Blut zirkulieren. Ihr Gehalt sollte 150 mg/dl (0,9  mmol/l) nicht überschreiten. Eine Verringerung der Zucker- und Alkoholaufnahme lässt den Triglyzeridgehalt sinken.
Wenn Ihr Arzt  von Fettablagerungen in Ihren Gefäßen ausgeht, wird er Ihnen Medikamente  verordnen, die das Auftreten von Blutgerinnseln verhindern.

Unter Kontrolle

  • Vergessen  Sie nicht, alle 3 Monate zum Arzt Ihres Vertrauens zu gehen, um Ihren  Blutdruck und Ihr Gewicht kontrollieren zu lassen, Ihre  Medikamentenrezepte erneuern zu lassen und Ihre eventuellen  Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Behandlung zu besprechen.
  • Zu  den Risikofaktoren, die Sie einschränken können, gehören: der hohe  Blutzucker, die Bewegungsarmut, der Bluthockdruck (arterielle  Hypertonie) und der Überschuss an Fetten im Blut.

Vererbe ich meinen Diabetes an meine Kinder?

Sie  haben Diabetes, und auch einer Ihrer Vorfahren litt daran. Diabetes ist  erblich, aber Sie können das Diabetesrisiko für Ihre Kinder reduzieren.  

Ist jede Form von Diabetes erblich?

Ja, aber der erbliche Faktor (genetische Übertragung) ist abhängig von der Art des Diabetes.
Offenbar ist das Risiko der Vererbung bei Typ-1-Diabetes sehr viel geringer als bei Typ-2-Diabetes.
Typ-2-Diabetes, häufig auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, tritt in bestimmten Familien gehäuft auf.
Man  kann sagen, dass 35 % der Menschen, die einen direkten Verwandten  (Vater, Mutter, Bruder oder Schwester) mit Diabetes Typ 2 haben,  ebenfalls potentielle Diabetiker sind.

Wie wird Diabetes übertragen?

Nach dem aktuellen Stand des Wissens wird der Typ-2-Diabetes nicht von einem einzigen Gen übertragen.
Die Übertragung erfolgt durch die Kombination mehrerer Faktoren:
  • die Kombination von mehreren prädisponierenden Genen
  • verbunden mit einer unangemessenen Ernährung
  • und wenig oder keiner körperlichen Aktivität
Bei  einer kleinen Anzahl von Patienten mit Typ-2-Diabetes setzt die  Erkrankung vor dem 30. Lebensjahr ein. Diese Form der Erkrankung, auch  als MODY-Diabetes bezeichnet, wird von einem einzigen defekten Gen  übertragen. In diesem Fall ist das Risiko der genetischen Übertragung  größer – es liegt bei etwa 50 %.

Ich bin schwanger, werde ich meinen Diabetes an mein Kind weitergeben?

Wenn  Sie vor der Schwangerschaft Diabetes hatten oder wenn der Diabetes erst  während der Schwangerschaft aufgetreten ist (Gestationsdiabetes), besteht kein Risiko der unmittelbaren Übertragung auf das ungeborene  Baby.
Allerdings ist es wichtig, den Blutzucker genau zu überwachen  und schon vor der Empfängnis (ab dem Absetzen der Verhütung) eine gute Blutzuckereinstellung zu erzielen. Dadurch sinkt das Risiko von  Fehlbildungen und Problemen bei der Geburt, die bei einer nicht  ausreichenden Blutzuckereinstellung auftreten können.
Unabhängig vom Gestationsdiabetes kann durch Vererbung das Risiko eines später auftretenden Diabetes erhöht sein:
  • bei Typ-2-Diabetes nach dem 40. Lebensjahr
  • bei Typ-1-Diabetes nach dem 10. Lebensjahr

Was kann ich tun, um die Risiken zu reduzieren?

Wenn Sie an Typ-2-Diabetes leiden und sich Sorgen um Ihre Kinder machen, sind die ersten Schritte:
Änderung Ihrer eigenen Ernährungsgewohnheiten und Lebensweise, dies wird Ihr Kind lernen und übernehmen.
Insbesondere  müssen Sie eine Gewichtszunahme vermeiden. Das Risiko einer  Insulinresistenz und damit eines Typ-2- Diabetes ist bei Menschen mit  Übergewicht höher.

Was ist eine ausgewogene Ernährung?

Eine ausgewogene Ernährung besteht aus:
  • gleichmäßiger Verteilung der Mahlzeiten über den Tag
  • einer ausgewogenen Zusammenstellung der Mahlzeiten
  • einer abwechslungsreichen Ernährung zur Erhaltung der Körperfunktionen
Die  Kalorienzufuhr muss an den Verbrauch angepasst und der Körper mit einer  ausgewogenen Mischung von Nährstoffen versorgt werden:
  • Kohlenhydrate (einfache und komplexe Zucker)
  • Lipide (Fette)
  • Proteine (tierische oder pflanzliche Aminosäuren)
Größere  Schwankungen bei der Ernährung oder ein Ungleichgewicht zwischen  körperlicher Aktivität und Nahrungsmenge sind die Ursache für Stoffwechselstörungen.
Um das Risiko von Diabetes bei  Kindern mit mindestens einem Elternteil mit Diabetes Typ 2 zu  reduzieren, müssen in der Familie bestimmte Ernährungsregeln aufgestellt  werden: eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche  Aktivität. Wenn das Kind diese guten Gewohnheiten annimmt, wird das  Risiko von Diabetes verringert oder das Auftreten verzögert.
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